„Was wir brauchen, ist echtes Kennenlernen statt Vorurteile“

Rund um das Heimspiel gegen den FC Bayern München haben der FC St. Pauli und congstar im Rahmen des „Kein Platz für Rassismus“-Aktionsspieltages auf die Diskriminierung von Sinti und Roma aufmerksam gemacht. In dem folgenden Statement beantwortet Arnold Weiß, der Vorsitzende des Landesverein der Sinti in Hamburg e.V., einige Fragen zur Situation.
Wie werden Sinti und Roma in Deutschland wahrgenommen?
In Deutschland wird bis heute viel über Sinti und Roma gesprochen – aber viel zu selten mit uns. Genau daraus entstehen viele Missverständnisse, Vorurteile und falsche Bilder. Die Realität ist: Ein Großteil der bestehenden Vorurteile basiert nicht auf echter Begegnung, sondern auf Klischees. Man kann es klar sagen: Rund 90 Prozent dieser Bilder entstehen ohne echten Kontakt zu Sinti und Roma. Viele Vorurteile sind erlernt. Deshalb liegt es auch in der Verantwortung jedes Einzelnen, diese zu hinterfragen. Wer ständig mit Vorurteilen konfrontiert wird, wird nicht als Mensch wahrgenommen, sondern auf Klischees reduziert. Das führt dazu, dass viele Sinti und Roma ihre Herkunft verschweigen – nicht aus Scham, sondern aus Selbstschutz.
Fotocredits: FC St. Pauli
